Thematische Schwerpunkte

Das Unternehmensrecht entwickelt sich von einer eher politisch-programmatischen Formel hin zu einer systematisch zu ordnenden Rechtsmaterie, die intensive Abstimmung der beteiligten Disziplinen erfordert. Dazu gehören in erster Linie das Handels-, Gesellschafts-, Arbeits- und Wirtschaftsrecht, aber auch das Erbrecht sowie das Steuerrecht und Wirtschaftsstrafrecht. Das Unternehmensrecht stellt das Unternehmen als sozialen Verband und seine zahlreichen Rechtsbeziehungen zu den durch Kapitalbeiträge oder personale Leistungen kooperierenden Rechtssubjekten ins Zentrum seiner Betrachtung. Es berücksichtigt hierbei die vielfältigen, immer unüberschaubarer werdenden Rechtsmaterien europäischer und nationaler Provenienz, die auf diese Beziehungen Einfluss nehmen und einen Beitrag zu ihrer systematischen Ordnung leisten.

Handels- und Gesellschaftsrecht, Wirtschafts- und Arbeitsrecht sind Schwerpunkte nicht nur der Forschungs-, sondern auch der Ausbildungstätigkeit der Fakultät für Rechtswissenschaft. Im Zuge der Schärfung des Fakultätsprofils soll ihre Bedeutung weiter verstärkt und entschlossen ausgebaut werden. Das Institut will interessierten Studierenden eine Möglichkeit bieten, sich während ihrer Ausbildung einen Einblick in wirtschaftsrechtliche Fragestellungen zu verschaffen, insbesondere durch Vorlesungs-, Seminar- und Vortragsveranstaltungen im Rahmen der Schwerpunktbereiche aber auch durch Unterstützung verschiedener Masterprogramme, insbesondere des wirtschaftsrechtlich ausgerichteten Studiengangs „Master of Business Law and Taxation“. Dabei wird verstärkt Wert auf eine enge Verzahnung zwischen der Wissenschaft und der juristischen Praxis gelegt. Nicht zuletzt will das Institut denn auch den wissenschaftlich interessierten Praktikern eine Plattform des Erfahrungs- und Gedankenaustausches bieten.

Auch soll die gebotene Verzahnung des zivilen und öffentlichen Wirtschaftsrechts ermöglicht werden. Das Institut dient somit der Koordination und organisatorischen Zusammenführung von Lehr- und Forschungsaktivitäten in diesen Rechtsgebieten, die nicht zuletzt aufgrund der fortschreitenden Europäisierung und Internationalisierung des Rechts zunehmend nach fächerübergreifender Kompetenz verlangen. Als Beispiel sei nur die grenzüberschreitende Übernahme und Umstrukturierung (Verschmelzung, Sitzverlegung) bestehender Unternehmen genannt, aber auch die Gründung neuer Unternehmen, insbesondere in vereinheitlichen Rechtsformen europäischer Provenienz (insbes. „Societas Europaea“).

Das Institut für Unternehmensrecht führt nicht nur die genannten Rechtsgebiete systematisierend zusammen, seine Aufgabe ist es auch, das Unternehmensrecht aus Sicht des Unternehmens, also als Verhaltens- und Planungsrahmen, zu erforschen. Dabei geht es insbesondere um mehr Verlässlichkeit und Rechtssicherheit. Mit diesem Ansatz ist das Institut für Unternehmensrecht aus wissenschaftlicher Sicht zentraler Ansprechpartner der Unternehmen und soll Anregungen aus der Praxis durch intensiven Kontakt mit Unternehmen besonders des Rhein-Neckar-Raumes erfahren.